Das Kriminal-Magazin im WDR Fernsehen
Die 24. Sendung Montag, 06. Juli 2009, 20.15 - 21.00 Uhr.

Mord im Kornfeld 21. Mai 2009 - Christi Himmelfahrt

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Wie jedes Jahr veranstaltet der Round Table auf dem Meierhof Rassfeld bei Gütersloh ein Deelenfest. Das Fest ist gut besucht. Auch Ingrid Amtenbrink verbringt den Nachmittag auf dem Hof. Gegen 17 Uhr macht sich die Frau auf den Heimweg. Danach verliert sich ihre Spur.

Vier Tage später finden Spaziergänger die Leiche von Ingrid Amtenbrink in einem Kornfeld in der Nähe des Meierhofs.

Die 67-jährige Rentnerin wurde erschlagen.

Die Mordkommission Bielefeld steht seitdem vor einem Rätsel. Wer hat Ingrid Amtenbrink auf dem Deelenfest oder an den Tagen danach gesehen? Wer hat am Sonntag in der Nähe des Fundortes verdächtige Beobachtungen gemacht? Der Kriminalreport war vor Ort und informiert über den aktuellen Stand der Ermittlungen. (02.07.09)

Donnerstag, 02. Juli 2009 21:00 bis 21:45 Uhr im NDR

 

Mord
Am Sonntag den 24. Mai 2009 wurde die Leiche der 67 jährigen Frau Ingrid Amtenbrink in einem Roggenfeld unweit des Meierhof Rassfeld gefunden.

Besucher des Swinging Table bitte bei der Polizei melden (Die Glocke 28.06.09)

Umstände des Todes von Ingrid Amtenbrink bleiben rätselhaft / Polizei sucht weiter dringend Zeugen

Der Tod von Ingrid Amtenbrink gibt der Polizei weiter Rätsel auf. Jetzt fordert die Mordkommission „Korn“ alle Besucher des Familienfests „Swinging Table“ auf dem Meierhof Rassfeld am Himmelfahrtstag auf, sich zu melden.

Bei der Mordkommission Bielefeld sind bisher mehr als 100 Hinweise zum Mordfall Amtenbrink eingegangen. Es habe sich bislang noch keine heiße Spur ergeben, teilte die Polizei am Sonntag mit. Die von der Staatsanwaltschaft Bielefeld ausgesetzte Belohnung in Höhe von 1500 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung und rechtskräftigen Verurteilung des Täters führen, bleibt weiterhin bestehen.
Fest steht, dass Ingrid Amtenbrink am 21. Mai für etwa zwei Stunden das Deelenfest auf dem Meierhof besucht hat. Sie hat sich dann zwischen 16 und 17 Uhr verabschiedet und sinngemäß gesagt, dass sie allein nach Hause gehen wolle. Wie und mit wem sie dann das Gelände verlassen hat, weiß bisher niemand. Danach verliert sich ihre Spur. Um die Frage zu klären, wo sich die 67-Jährige nach der Veranstaltung am Donnerstag aufgehalten hat, bittet die Mordkommission „Korn“ alle Besucher des Deelenfests „Swinging Table“, sich bei der Polizei zu melden. Die Kriminalbeamten hätten während der laufenden Ermittlungen festgestellt, dass Festbesucher glaubten, nichts zur Aufklärung beitragen zu können und keine besondere Beobachtungen gemacht zu haben.

Es sei aber so, dass scheinbar unwichtige Details für die Ermittlungen „von höchster Wichtigkeit sein können“, heißt es in einer Mitteilung. Deshalb bittet die Mordkommission alle Festbesucher, sich zu melden, da sie als Zeugen in Betracht kommen können. In der vergangenen Woche hatte die Polizei nach Angaben einer Sprecherin außerdem die Überprüfung von Speichelproben fortgesetzt. Offenbar waren fremde DNA-Spuren an der Leiche gefunden worden. Hinweise an die Polizei unter Tel. 8690.

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Mord
Am Sonntag den 24. Mai 2009 wurde die Leiche der 67 jährigen Frau Ingrid Amtenbrink in einem Roggenfeld unweit des Meierhof Rassfeld gefunden.

"Kein Mensch, der Feinde hat" Ein Artikel der Neuen Westfälischen v. 28.05.09

Umstände des Todes von Ingrid Amtenbrink bleiben rätselhaft / Polizei sucht weiter dringend Zeugen

. Die Spur von Ingrid Amtenbrink verliert sich am Donnerstagnachmittag. Nach 16 Uhr verließ die 67-jährige Witwe das Deelenfest auf dem Meierhof Raßfeld – und ward nicht mehr gesehen, bis Fußgänger am Sonntag ihre Leiche in einem Kornfeld am "Schulpättken" fanden.
Wer sie getötet hat, warum und unter welchen Umständen, darüber rätseln nicht nur die Ermittler der Mordkommission "Korn". "Das ist hier natürlich Gesprächsthema. Und irgendetwas stimmt da nicht", sagt ein von der NW befragter Nachbar, der seinen Namen nicht nennen will. "Warum sollte denn jemand eine normale Rentnerin umbringen wollen?" In diesen Tenor stimmt eine andere Anwohnerin ein: "Ich kannte sie erst seit ein paar Wochen, Frau Amtenbrink war ja gerade erst hierhergezogen. Auf mich wirkte sie wie eine einfache, zurückhaltende Frau und nicht wie ein Mensch, der Feinde hat."
Am Mittwoch sei sie der Nachbarin zuletzt begegnet, auf der Straße. "Wir haben einander kurz gegrüßt, mehr nicht." Aus Sicht der Polizei steht jetzt fest, dass Ingrid Amtenbrink am Donnerstagnachmittag (Himmelfahrt) das Deelenfest "Swinging Table" des Round Table auf dem Meierhof Raßfeld besucht hat. Das habe eine Zeugin bestätigt, die Amtenbrink dort gesehen hat.

Etwa zwei Stunden soll sie sich dort aufgehalten und dann zwischen 16 und 17 Uhr von einigen Bekannten verabschiedet haben. Nach Angaben der Polizei hat sie bei der Verabschiedung sinngemäß gesagt, sie wolle nun allein nach Hause gehen. Das widerspricht der Spekulation, Amtenbrink habe ihren Mörder womöglich auf dem Fest kennengelernt und dieses dann gemeinsam mit dem Täter verlassen. Aber kein Zeuge hat gesehen, wie Amtenbrink den Meierhof verlassen hat, und ob sie womöglich doch jemand begleitet hat.

Nachdem die Polizei am Dienstag, 48 Stunden nach dem Leichenfund, die öffentliche Fahndung intensiviert hat, haben sich zehn weitere Zeugen bei den Ermittlern gemeldet. Aber keiner von ihnen hat die Getötete gesehen, nachdem sie das Deelenfest verlassen hat. Entsprechend dünn ist der Erkenntnisstand der Ermittler. Die Mordkommission sucht deshalb dringend weitere Zeugen, die Ingrid Amtenbrink beim Deelenfest oder in den Tagen danach gesehen haben oder wissen, wo sie sich aufgehalten hat.

Auch fahnden die Kommissare nach Menschen, die im Verlauf des Sonntags (bis 19 Uhr) am Schulpättken zwischen der Holler Straße und dem Blankenhagener Weg verdächtige Personen oder Fahrzeuge bemerkt haben. "Jede noch so unbedeutend erscheinende Beobachtung kann wichtig sein", sagt Polizeisprecher Karl-Heinz Stehrenberg. Zur Tatzeit trug Ingrid Amtenbrink einen grünlich-braunen, knielangen Rock und eine rosafarbene, kurzärmlige Jacke, außerdem bronzefarbene Ballerinas. Sie war 1,59 Meter groß, 53 Kilogramm schwer. Hinweise an Tel. 86 90.

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Mord
Der letzte Weg der Ingrid Amtenbrink Ein Artikel des Westfalen Blattes v. 27.05.09

Von Wolfgang Wotke Gütersloh (WB).

Wahrscheinlich hat Ingrid Amtenbrink am vergangenen Donnerstag diesen Weg von ihrem Wohnhaus an der Haselstraße genommen, um die Party auf dem Meierhof Rassfeld zu besuchen. Sie kam nicht wieder zurück zur Haselstraße. Drei Tage später wurde ihre Leiche im Kornfeld an einem abgelegenen Waldweg gefunden.
Im Mordfall der 67-jährigen Ingrid Amtenbrink aus Gütersloh ist die Kripo einen kleinen Schritt weiter gekommen. »Wir haben zehn Hinweise aus der Bevölkerung erhalten«, sagt Polizeisprecher Karl-Heinz Stehrenberg. Ob sich darunter ein Tipp zu einer heißen Spur befindet, wollen die Ermittler nicht sagen. Jetzt stehe jedenfalls definitiv fest, erklärt Stehrenberg, dass sich die Rentnerin, die am Sonntagabend tot in einem Getreidefeld in Gütersloh-Blankenhagen aufgefunden wurde, am Donnerstagnachmittag etwa zwei Stunden lang auf der Freiluft-Party »Swinging Table« auf dem Meierhof Rassfeld aufgehalten hat.

Demnach habe eine Zeugin ausgesagt, dass sie mit Ingrid Amtenbrink dort Kontakt gehabt habe. Zwischen 16 und 17 Uhr habe sie sich dann mit den Worten »Ich gehe jetzt allein nach Hause« verabschiedet. Danach verschwand die Witwe spurlos. Was geschah, nachdem sie sich verabschiedet hatte? Welchen Nachhauseweg hat Ingrid Amtenbrink eingeschlagen? Ist ihr jemand heimlich gefolgt? Oder hat ihr der Täter irgendwo am Kornfeld aufgelauert, sie überwältigt und dann in das Getreidefeld geschleift? Zu all diesen Fragen äußert sich die Mordkommission »Korn« nicht und verweist auf die ermittlungstaktischen Gründe. »Details oder Ermittlungsergebnisse geben wie nicht bekannt. Das würde vielleicht nur die Überführung des Täters erschweren«, erklärt Stehrenberg die Zurückhaltung und das Schweigen der Kripobeamten.

Die letzte Zeugenaussage, dass das Opfer bis etwa 17 Uhr die »Swinging Table«-Party besucht hat, deckt sich mit einer Beobachtung eines Nachbarn von Ingrid Amtenbrink, der sie am Donnerstag letztmalig gegen 13.30 Uhr zu Fuß in der Haselstraße gesehen haben will. Wahrscheinlich hat sie dann den kürzesten Weg zum Meierhof Rassfeld genommen. Der führte sie von der Haselstraße, ihrem Wohnort, über den Heckenweg weiter über eine Brücke zur Tarrheide. Das ist ein Sandweg, der rund zwei Meter breit sowie 450 Meter lang ist und der an der Holler Straße endet. Dann müsste sie diese überquert haben und auf einen kleinen, asphaltierten Pfad eingebogen sein, der an einem Wäldchen liegt. Nach 300 Metern ging es dann vermutlich in den Waldweg am Kornfeld, dem späteren Fundort ihrer Leiche. Dieser Weg wird auch von den Anwohnern und Spaziergängern als »Schulpättken« bezeichnet. Er führt schließlich über die TWE-Bahngleise zum Meierhof Rassfeld.

Anzunehmen ist, dass die 67-Jährige den gleichen Weg zurücklaufen wollte. Was dann später geschah, ist ein Rätsel. Auch die Frage, wie lange Ingrid Amtenbrink tot in dem Kornfeld gelegen hat, können wohl nur die Gerichtsmediziner beantworten. Doch das Obduktionsergebnis ist noch nicht veröffentlicht worden.

Wer war eigentlich Ingrid Amtenbrink? Die 67-Jährige musste vor zwei Jahren einen Schicksalsschlag hinnehmen, als ihr Ehemann nach schwerer Krankheit verstarb. Danach lebte sie allein und bezog erst vor zwei Wochen ihre neue Wohnung an der Haselstraße. Zuvor wohnte sie zwei Straßen weiter im Eibenweg. Ingrid Amtenbrink galt als sehr zuverlässig, bescheiden und freundlich. »Sie war ein ganz vorsichtiger und ängstlicher Mensch«, sagt eine Nachbarin. Das seien auch die Gründe für den Umzug gewesen, denn sie mochte nicht allein in einem Haus leben. Ihre Rente habe sie als Schneiderin aufgebessert. Sie habe in erster Linie für ein Modegeschäft in Gütersloh gearbeitet. Sie hinterlässt einen Sohn und zwei Töchter.

Die Polizei sucht weiterhin Zeugen. Hinweise nimmt die Gütersloher Polizei unter Tel. 0 52 41 / 86 90 entgegen

 
 

Stand 28.06.2009